Hörnlispielerin gelingt Exploit in Melbourne

Thurgauer Zeitung

27. Januar 2016

Im Kanton Thurgau hat Laura Siegemund eine grosse Fangemeinde. Letzte Woche entzückte die TC-Hörnli-Spielerin auch das Publikum in Melbourne. Die Deutsche besiegte in der zweiten Runde des Australian Opens die ehemalige Weltranglisten-Erste Jelena Jankovic.

SCHWEIZ TENNIS HALLE DAMEN
Bild von Mario Gaccioli: Hörnli-Spielerin Laura Siegemund sorgte in Australien für Furore

MARIE-THERES BRÜHWILER

Im Sommer kämpfte die Deutsche Laura Siegemund im NLA-Interclub mit dem TC Hörnli vor einer bescheidenen Publikumskulisse um Punkte. Letzte Woche stand sie in Melbourne in der Hisense-Arena vor über 10‘000 Zuschauenden in der zweiten Runde eines Major-Turniers im Mittelpunkt des Interesses. Doch dies schien die quirlige Deutsche ebenso wenig aus der Fassung zu bringen wie die Tatsache, dass ihr mit Jelena Jankovic (WTA 21) nicht nur eine gesetzte Spielerin, sondern auch eine frühere Weltranglisten-Erste gegenüber stand. Laura Siegemund (WTA 97) packte ihre Chance, besiegte die haushohe Favoritin aus Serbin mit 3:6, 7:6, 6:4 und stand erstmals an einem Grand-Slam-Turnier in der dritten Runde.

Das schönste Grand-Slam-Turnier

„Die Stimmung im zweitgrössten Stadion im Melbourne-Park war gigantisch und ich bin sehr stolz auf meine Leistung gegen diese grosse Spielerin“, freute sich die TC-Hörnli-Spielerin nach ihrem Husarenstück. Dass sie später in der dritten Runde gegen ihre Landsfrau Annick Beck (WTA 55) das Nachsehen hatte, nimmt die 27-Jährige gelassen. „Meine Auftritte in Melbourne geben mir viel Selbstvertrauen und das tolle Ergebnis bietet nun eine sehr gute Ausgangsposition für die kommende Saison“, blickt die Deutsche, die als Zwölfjährige und ihrem Sieg bei der Orange Bowl bereits als Nachfolgerin von Steffi Graf gehandelt wurde, voraus. Erste Erfahrungen an Grand-Slam-Turnieren hatte die TC-Hörnli-Spielerin bereits im letzten Jahr sammeln können. Sowohl in Wimbledon wie beim US-Open überstand sie die Qualifikation. Das Australian Open sei für sie aber das schönste Grand-Slam-Turnier. „Die Menschen in Melbourne sind extrem tennisbegeistert und das spürt man an jeder Ecke“, beschreibt Siegemund die einmalige Stimmung.

Am Bodensee fast zu Hause

Aber auch vom Kanton Thurgau ist die Aufsteigerin der letzten Woche angetan. Zweimal stand Laura Siegemund beim Bodensee Open in Egnach schon im Finale und in den letzten zwei Jahren erwies sie sich im NLA-Interclub für den TC Hörnli als zuverlässige Punktelieferantin. „In diesem Team macht es auf und neben den Courts viel Spass und wer weiss, vielleicht schlage ich ja auch in diesem Sommer wieder in Kreuzlingen auf“, lässt Laura Siegemund, die auf der Weltrangliste erstmals in die Top-80 vorstossen wird, durchblicken. Auch vom ITF Women’s Circuit UBS Thurgau, bei welchem sie im Vorjahr in der zweiten Runde gescheitert ist, hält sie sehr viel. „Das Turnier ist sehr professionell aufgezogen und ich fühle mich dort wie zu Hause“.

Bald wieder in Kreuzlingen zu sehen?

„Fantastisch was Laura in den letzten Monaten erreicht hat“, zeigt sich Bernhard Hochstrasser, CEO des ITF Women’s Circuit UBS Thurgau begeistert. Seine Freude sei gross. Auch wenn er bei der kommenden Auflage des Turniers vom 20. bis 28. Februar deswegen möglicherweise auf eines seiner bisherigen Aushängeschilder verzichten müsse, schmunzelt Hochstrasser. Wer beim grössten Schweizer Frauenprofiturnier aufschlagen wird, steht in rund zwei Wochen fest. Mehr Informationen zum ITF Women’s Circuit UBS Thurgau: www.womens-circuit.ch