Weltklassetennis in Aussicht

St.Galler Tagblatt

Montag, 4. Januar 2016

Das Frauenturnier vom 20. bis 28. Februar in Kreuzlingen auf 50.000-Dollar-Stufe verspricht Tennis auf höchstem Niveau. Die Zuschauer dürfen sich auf hochstehende Duelle zwischen aufstrebenden jungen und erfahrenen Spielerinnen freuen.

 

MARIE-THERES BRÜHWILER

Wer auf der Profitour der Frauen Fuss fassen oder sich im WTA-Ranking einen lukrativen Platz sichern will, muss sich auf kleineren Turnieren beweisen. Dies gilt für junge Spielerinnen, die auf der WTA-Tour den Ein- stieg suchen gleichermassen wie für Spitzenspielerinnen, die nach Verletzungen oder Rück- schlägen im WTA-Ranking zu- rückgefallen sind. Treffen beide im selben Turnier aufeinander, sind attraktive Duelle garantiert. Den für das Publikum reizvollen Mix gibt es vor allem an Turnie- ren auf 50.000-Dollar-Stufe zu bestaunen. Das vom 21. bis 28. Februar ausgetragene ITF Wo- men’s Circuit UBS Thurgau in Kreuzlingen ist zur Zeit schweiz- weit das einzige Turnier dieser Grösse.

Einzigartige Affiche

Bernhard Hochstrasser, CEO des Kreuzlinger Turniers, reibt sich deshalb bereits jetzt die Hände: «Obwohl die Namen der Teilnehmerinnen noch nicht be- kannt sind, spricht auch dieses Jahr alles für Weltklassetennis.» Frühere Teilnehmerlisten bele- gen seine Aussage. Timea Ba- csinszky, die Nummer zwölf der Welt, stand vor zwei Jahren in Kreuzlingen am Start. Die Junio- ren-Wimbledon-Siegerin Jelena Ostapenko aus Lettland schuf sich bei der Auflage 2015 die Basis für ihren Aufstieg im WTA- Ranking. Derweil die letztjährige Turniersiegerin, die erfahrene Top-100-Spielerin Olga Govorsova aus Weissrussland dem Sturm der jungen Wilden stand- hielt, hatte die Nummer drei der Doppel-Weltrangliste Andrea Hlavackova aus Tschechien ge- gen eine unbekannte Slowakin das Nachsehen. Umgekehrt fand die hoffnungsvolle 17jährige Schweizerin, Jil Belen Teich- mann, gegen die doppelt so alte Französin Stephanie Foretz, die zu ihren besten Zeiten die Num- mer 62 der Welt war, kein Rezept.

Nur ein minimer Unterschied

«Das Niveau an 50.000-Dollar- Turnieren ist sehr gut», bestätigt

Heinz Günthardt, der als einer der profundesten Tenniskenner gilt. Ein Unterschied zu grossen WTA-Turnieren sei optisch nicht zu erkennen. «Dieser wäre höchstens im direkten Vergleich auszumachen», weiss der frü- here Spitzenspieler und Trainer der ehemaligen Nummern eins der Welt, Steffi Graf und Ana Iva- novic. «Derweil sich arrivierte Spielerinnen durch ihr grosses Spielverständnis abheben, spie- len die jungen Wilden oft frei und risikoreich auf», erklärt der Schweizer Fed-Cup-Teamchef, der das Turnier in Kreuzlingen

im Vorjahr mehrfach besucht hat und auch bei der Auflage 2016 einen Augenschein nehmen will. «Profitieren können beide Typen von Spielerinnen.» Darüber hin- aus sei das sehr gut organisierte ITF Women’s Circuit UBS Thur- gau auch für Schweizer Spiele- rinnen eine ideale Möglichkeit, um vor heimischer Kulisse zu punkten, ist Günthardt über- zeugt.

WTA-Punkte in Qualifikation

Die Siegerin des ITF Women’s Circuit UBS Thurgau erhält 80 WTA-Punkte und einen Siegercheck von 7600 Dollar. Der Fina- listin winken immerhin noch 48 Punkte. Lukrativ ist aber vor allem auch, dass es bereits ab der zweiten Qualifikationsrunde ers- te WTA-Punkte zu gewinnen gibt.

«Sportinteressierte sollten sich das Spitzentennis der Frau- en auf keinen Fall entgehen las- sen und sich das Datum unbe- dingt schon jetzt vormerken», wünscht sich CEO Bernhard Hochstrasser. Und auch Turnier- direktor Ralph Zepfel ist über- zeugt, dass Spitzentennis zu se- hen sein wird.

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